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Stadtverkehr in Gießen. Dietrich Augstein, Ludwig Brake & Dieter Eckert


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 Nach der entbehrungsreichen Kriegs- und Nachkriegszeit ging es in den 1920er Jahren langsam wieder bergauf. Die Stadt verbesserte und erweiterte das Streckennetz und kaufte neue Wagen, hatte jedoch zugleich gegen die aufkommende Konkurrenz der Kraftomnibusse zu kämpfen. Als Mitte der 1930er Jahre am Stadtrand im Rahmen der allgemeinen Aufrüstung der Aufbau weiträumiger Militäranlagen begann und sich das Stadtgebiet immer weiter ausdehnte, erschien die Straßenbahn den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Ab 1937 behalf man sich mit Omnibusanschlusslinien, bis 1941 in Gießen die ersten Obusse erschienen. Die beabsichtigte völlige Ablösung der Straßenbahn ließ sich aufgrund der Kriegsereignisse jedoch vorerst nicht umsetzen.

Schrittweise kamen nach Kriegsende die wichtigsten Linien wieder in Gang. Straßenbahn und Obus blieben unverzichtbar, doch Neubaustrecken richtete man bevorzugt mit Dieselbussen ein. Am 3. April 1953 nahmen die Gießener Abschied von ihrer Straßenbahn, deren letzte Strecke nun auf Dieselbusbetrieb umgestellt wurde.

Zu Beginn der 1960er Jahre erlebte der umweltfreundliche Obus seine letzte Blütezeit, doch seine wirtschaftlichen und praktischen Nachteile wurden bald immer offenkundiger. Bis 1968 musste er Schritt für Schritt endgültig dem Dieselbus weichen. Heute betreibt die MIT.BUS, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Gießen, mit modernen und umweltschonenden Niederflurbussen ein dichtes Liniennetz in und um Gießen.

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