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Die Bahnen der Stadt Monheim. Stefan Kunig und Gunter Mackinger


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Für die Bewohner der Rheingemeinden war die Kleinbahn ein Bestandteil des täglichen Lebens, zumal die Züge mitten durch die Stadt fuhren. Täglich hörte und sah man die Bahn, und manchmal löste sie auch Ärger aus - besonders wenn ein langer Güterzug wieder alles blockierte. Die Bahngeschichte ist aber auch geprägt von Projekten, die jahrzehntelang im Gespräch blieben, dann aber fallen gelassen wurden. In den 50er Jahren kamen immer mehr Stimmen auf, die eine Verlegung der Bahn forderten. Die Eingemeindung Monheims zu Düsseldorf setzte den Plänen nicht nur ein vorläufiges Ende, nun mußte man sogar Angst um den Fortbestand der Bahn haben, zumal die neue Obrigkeit diese für überflüssig hielt. Die Monheimer wehrten sich und schafften es schließlich, im Jahr 1976 die Eigenständigkeit zurück zu erlangen.

Nach langer Vorlaufzeit gingen 1983 die Umgehungsstrecken in Betrieb. Die Bahn verschwand aus dem Stadtzentrum und damit aus den Köpfen vieler Monheimer. Der schwerste Schlag war 1987 die Schließung des Shell-Werks, das ja bei der Entscheidung für den Bau der Neubaustrecken hauptausschlaggebend gewesen war. Weitere Firmenschließungen sowie Transportverlagerungen von der Bahn auf die Straße ließen das Frachtaufkommen zu Beginn des neuen Jahrtausends auf ein Minimum sinken. Es sah keineswegs gut um den Fortbestand des Bahnbetriebs nach Ablauf der Konzession im Jahr 2008 aus, doch die massiven Aktivitäten der Bahnen der Stadt Monheim, sowohl neue Güterkunden, als auch neue Einsatzbereiche für die Lokomotiven zu finden, zeigten schon bald Erfolg. Die Tonnage und die Einnahmen stiegen deutlich an. Aber auch die Stadt Monheim erkannte die Bedeutung der Bahn und suchte für das ehemalige Shell-Grundstück einen Investor, der sich auch verpflichtete, den Bahnanschluß zu nutzen. Den Durchbruch brachte das Jahr 2008. Stadt Monheim und Bahnen der Stadt konnten zwei Unternehmen akquirieren, die den Güterverkehr in erheblichem Umfang über die Schiene abwickeln werden. Die Inbetriebnahme der Gleisanschlüsse ist für Oktober 2009 vorgesehen.

Würde der Schienenpersonenverkehr heute noch existieren, so hätte er weitaus bessere Überlebenschancen als noch vor 40 Jahren. Der Triebwagenverkehr als Anbindung des S-Bahnhofs Langenfeld böte eine schnelle und staufreie Alternative zum Busverkehr. Eine Wiederaufnahme als Ersatz für Buslinien bleibt jedoch sowohl aus städtebaulichen als auch aus finanziellen Aspekten reine Utopie. Dafür ist "der Zug abgefahren".


Verlag Kenning, 96 Seiten DIN-A4 gebunden, 39 Farb- und 166 SW-Fotos, 31 Skizzen,

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