Die Innerstetalbahn Langelsheim - Altenau. Evert Heusinkveld
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Art.Nr.: 902-263Details zum Inhalt:
Die im Herbst 1877 fertiggestellte Strecke von Langelsheim durch das Innerstetal nach Clausthal-Zellerfeld bescherte den Oberharzer Bergwerken und Hüttenbetrieben den schon lange ersehnten Anschluss an das Eisenbahnnetz und somit einen besseren Absatz ihrer Waren. Die von der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn gebaute und betriebene nördlichste normalspurige Gebirgsbahn Deutschlands war nach langen Diskussionen über das Für und Wider der Trassenalternativen entstanden. Der mühselige Bahnbau samt seiner langwierigen Vorgeschichte verdient noch heute gleichermaßen Respekt, wie der Streckenverlauf mit seinen Gleisradien ab 180 m und Steigungen von maximal 1:40. So ließen sich z.B. die Geländeprobleme bei Wildemann nur mit dem Bau eines Tunnels durch den Gallenberg lösen.Die Innerstetalbahn diente ursprünglich vorrangig dem Güterumschlag, doch um 1900 belebte sich zunehmend auch der Personenverkehr, denn der 1886 gegründete Harzklub e.V. förderte eifrig den Tourismus im Oberharz. Nach langen Debatten begann im Jahr 1914 schließlich der Weiterbau bis Altenau, diesmal sogar mit Steigungen von 1:30. Die beiden Kriege mit ihren weitreichenden Folgen sowie der Niedergang des Harzer Bergbaus in den 20er Jahren beeinflussten den Bahnbetrieb nachhaltig. Die Schließung der Silberhütten in Lautenthal und Clausthal-Zellerfeld zum Jahresende 1967 ließ das Frachtaufkommen auf ein Minimum schrumpfen. Weder das Wiederaufblühen des Fremdenverkehrs nach 1945 mit den regelmäßigen Reisebürosonderzügen noch der Ersatz der unrentablen Dampfzüge durch Schienenbusse im Mai 1956 vermochten den Rückgang aufzuhalten. Der rasch wachsende Individualverkehr auf der Straße entzog der Schiene dermaßen viele Fahrgäste und Frachten, dass das Ende der Innerstetalbahn nur noch eine Frage der Zeit war. Trotz aller Proteste seitens der Anliegergemeinden war die Umstellung auf Omnibusse nicht abzuwenden. Am 29. Januar 1976 bewilligte das Bundeskabinett in Bonn die Stilllegung und am 1. März 1976 gab die Bundesbahndirektion Hannover offiziell bekannt, dass sie die Strecke Langelsheim - Altenau mit Ablauf des Winterfahrplans 1975/76 dauerhaft einstellen sowie die Bahnanlagen abbauen lassen und die Grundstücke zum Kauf anbieten werde. Der letzte planmäßige Zug verließ Altenau am 29. Mai 1976. Zum 100-jährigen Jubiläum verkehrten am Wochenende 15./16. Oktober 1977 nochmals Aufsehen erregende Sonderzüge mit der Dampflok 41 096, dann war endgültig Schluss. In den Jahren 1978/79 wurden die Gleise herausgerissen und die Bahnhöfe verkauft.





















